Viele Freie evangelische Gemeinden beschäftigen sich in diesem Jahr mit dem Jahresthema „3.16 weitersagen“. Auch unsere Gemeinde gehört dazu. In einer Serie nimmt sich FeG-Präses Ansgar Hörsting jede einzelne Aussage aus Johannes 3,16 vor, um sie zu erklären. Im dritten Teil der Serie geht es um die Aussage „… die Welt…“. 

Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Diese Welt hat zwei Gesichter. So wie die Menschheit, so wie jeder Mensch.

Foto: Gadini / pixabay.com

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Sie ist ein wunderbarer Ort der Herrlichkeit und Gegenwart Gottes und somit des Lebens, der Freude, der kreativen Lebensgestaltung. Gott hat die Welt sehr gut gemacht (1Mo 1+2) und wir können auch heute noch etwas von diesem „Sehr gut“ erkennen.

Wir erkennen das an einem Säugling, an einem Sonnenaufgang, in der Natur. Wir erkennen es, wenn wir verstehen, wie die Zelle eines Menschen, wie Hormone, wie das Gehirn funktioniert. Wir erkennen es, wenn wir den Planeten Erde betrachten, der als ein winziges Pünktchen in der Milchstraße inmitten vieler Milchstraßen und Galaxien schwebt. Die Liste dessen, wovon wir schwärmen können, ist lang.

Foto: publicdomainpictures / Pixabay.com

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Diese Welt ist aber zugleich ein schrecklicher Ort der scheinbaren Abwesenheit Gottes und somit der spürbaren Gegenwart Satans, der Finsternis, des Todes Sünde. Man spricht von der „gefallenen Welt“. Deswegen gehen sich Menschen von Anfang an gegenseitig an die Gurgel und bringen sich aus den niedersten Motiven um (1Mo 4). Die Menschheitsgeschichte ist angefüllt mit Blutvergießen, Tränen und unerklärlichem Leid. Menschen werden millionenfach versklavt, prostituiert und gedemütigt. Hinter mancher gesitteten Maske lauert der „Gott des Gemetzels“ und wartet auf Gelegenheiten, seine Fratze zu zeigen. Und die Natur, so schön sie ist, ist zugleich ein gefährlicher Ort. Die junge Justine diagnostiziert im Film „Melancholia“: „Die Erde ist schlecht – wir brauchen nicht um sie zu trauern. Niemand wird sie vermissen.“

Pistole liegt im Gras

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Dass Gott seine sehr gut geschaffene Welt und seine Menschen liebt, liegt nahe. Es überrascht mich nicht. Dass Gott aber diese schreckliche Welt und eben den Sünder liebt, das ist das große Wunder und unsere Hoffnung. Man hätte erwarten können, dass er sie ignoriert, hasst, zermalmt. Aber er liebt sie und gibt sein Kostbarstes für sie: seinen Sohn Jesus Christus.

Das unlösbare Problem

Martin Luther hat uns gezeigt, wie grundlegend zerstört diese Welt ist. Die totale Verlorenheit der Welt und des Menschen hat er dem Christentum ins Stammbuch geschrieben. Dabei hat er, typisch Luther, manchmal überzeichnet. Aber dadurch wurde deutlich, dass diese Welt ein echtes, riesiges Problem hat. Kein Mensch kann dieses Problem aus seiner eigenen Kraft lösen. Die gefallene Welt steht nicht aus eigenem Vermögen wieder auf. Die Menschheit wird nicht durch die Lösung technischer Probleme die entscheidenden Antworten finden. Jede Erfindung des Menschen wird zu dessen Heil und auch zu dessen Tod führen. Das ist sein unausweichliches Schicksal. Er kommt da nicht raus.

Gerade deswegen liebt Gott diese Welt. Deswegen kam Jesus. Wer an ihn glaubt, ist nicht verloren, sondern hat das ewige Leben. Er wird gerettet aus der Macht der Sünde, des Satans und des Todes. Diese Welt ist von Gott nicht aufgegeben. Deswegen verbindet sich mit der Botschaft von der Rettung der Welt auch eine Botschaft an alle Christen, diese Welt nicht aufzugeben. Sicher, sie ist verdorben und wir sind ihr in gewisser Weise entrissen.

Rettungsteam

Foto: Hans / pixabay.com

Aber weil sie geliebt ist, dürfen wir Christen uns nicht in unsere „fromme Welt“, eine „Parallelwelt“, zurückziehen und die böse Welt ignorieren.

Alles gegeben

Diese böse Welt ist von Gott geliebt. Er hat alles gegeben für diese Welt. Und er sendet seine Jünger, die nicht „von dieser Welt“ sind „in diese Welt“. (Joh 17). Gott hat die Welt, und er hat somit mich, er hat dich, er hat Sie, er hat jeden Menschen geliebt. „3.16 weitersagen“ ist wunderbar!

Ansgar Hörsting ist Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden

Foto: Bund FeG

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Quelle mit freundlicher Genehmigung: CHRISTSEIN HEUTE 3/2015

Fotos: Gadini / pixabay.com; publicdomainpictures / pixabay.com; Hans / pixabay.com; Bund FeG

Die anderen Teile verpasst?

  • Teil 1 Einmalige Liebe
  • Teil 2 Die Verbindung zwischen Gott und Jesus