Toleranz, heißt heute das Modewort. Wir müssen einfach alles tolerieren was uns so vorgesetzt wird; egal ob es der Sitte und Moral widerspricht, Hauptsache wir nehmen es an. Wenn wir es wagen sollten uns dagegen aufzulehnen, dann gelten wir sofort als intoleranter Abschaum. Wir gehören dann einfach nicht mehr zur Gesellschaft, werden ausgeschlossen und man zeigt mit dem Finger auf uns.

Foto: bykst / pixabay.com

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Angesichts dieser Tatsachen frage ich mich, wo hier tatsächlich die Toleranz bleibt – die Toleranz anders denkender Menschen gegenüber. Ist das nicht einseitige Toleranz? Sind denn die, die Toleranz fordern nicht selbst intolerant? Ich frage mich auch, ob wir denn wirklich alles annehmen müssen. Müssen wir auch wirklich überall dazugehören und bei jedem Unfug dabei sein?

Wenn wir jetzt hergehen und da den Kopf einfach in den Sand stecken und sagen: „Geht mich nichts an“, dann zeigen wir Desinteresse am allgemeinen Geschehen und müssen dann als Folge Dinge akzeptieren, die unserem Vorstellungsbild widersprechen. Damit belügen wir nicht nur die Gesellschaft sondern auch uns selbst. Außerdem nehmen wir mit dieser „Kopf in den Sand Politik“ am Gesamtgeschehen teil – ob wir wollen oder nicht.

Ist das der Sinn des Lebens? Wollen wir wirklich zu allem „Ja“ und „Amen“ sagen, auch wenn es uns bis ins tiefste hinein widerstrebt? Wollen wir wirklich überall dazugehören, nur um nicht ausgeschlossen zu werden, um den einfacheren, den Widerstandsloseren Weg zu gehen, koste es was es wolle? Liegt das wirklich in unserem innersten Interesse?

Foto: Sevenheads / pixabay.com

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Fragen Sie sich einmal selbst, ob es nicht Dinge gibt, die Sie nicht so sehen, wie andere es gerne sehen oder gesehen hätten oder sogar sehen wollen und was Sie dagegen tun. Es ist ja so leicht zu sagen: “Hauptsache mir geht’s gut, ich habe mein tägliches Schnitzel auf dem Teller, ein Auto und ein Dach überm Kopf. Alles andre ist mir wurscht“. Diese Art von Ignoranz prägt leider heutzutage zum Teil unsere Gesellschaft.

Damit ist so ziemlich jeder Art von Unfug Tür und Tor geöffnet – weil es ja eh den meisten schnuppe ist was geschieht. Ist das wirklich das Ziel unseres Lebens? Sollten wir nicht aktiver am Geschehen teilnehmen unsere Meinung offen kundtun und auch dazu stehen?

Es muss ja nicht immer gleich beleidigend oder noch schlimmer sein, sondern es sollten offene und ehrliche und klare Worte sein. Dann stellt sich sehr schnell heraus, wer wirklich intolerant ist und über sein Verhalten nachdenken sollte. Die Frage ist auch, wo denn wirklich Toleranz und Annahme beginnt.

Nehmen wir uns einmal Jesus als Beispiel. Er nahm alle Menschen an – ausnahmslos alle. Jeder durfte zu ihm kommen und wurde von ihm ernst,- und angenommen. Allerdings machte Jesus jeden auf einen Weg der Änderung aufmerksam. Wer das verstand und in sich aufnahm, wurde frei und gehörte fortan zu ihm.

Es gibt da ein wunderbares christliches Lied von Manfred Siebald:

Jesus, zu dir kann ich so kommen wie ich bin, Du hast gesagt, dass jeder kommen darf. Jesus, bei Dir muss ich nicht bleiben wie ich bin….

Foto: Pixabay.com

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Ist das nicht eine tolle Zusage? Jeder darf zu Ihm kommen wie er ist und darf sich von Ihm verändern lassen. All das was falsch und schiefläuft bei uns, wird von unserem Herrn aufs Kreuz genommen. Er ist mit all unserem Müll, unseren Sorgen, mit all dem was uns belastet am Kreuz gestorben. Somit ist unser altes, sündiges Leben tot. Es hat keine Macht mehr über uns. Stellen Sie sich das vor Ihrem geistigen Auge vor – lassen Sie es einmal so richtig Revue passieren. Sie sind frei, von allen Sorgen, allen Altlasten, all Ihrem Kummer und Nöten. Wenn sie wieder einmal etwas belasten oder bedrücken sollte, bringen Sie es einfach vor den Herrn. Er befreit sie davon.

Also ich finde das großartig. Wir haben durch Ihn und Seinem Wort freien Zugang zu unserem Vater im Himmel. Das ist der Erlösungsplan, der schon vor Erschaffung der Welt feststand. Nehmen wir uns also Jesus als Beispiel und gutes Vorbild. Sicher, eins ist schon klar: jedem Wohlgetan ist ein Ding, das kein Mensch kann. Die Betonung liegt aber hier auf „kein Mensch“.

Überlassen wir doch auch hier die Diskrepanzen Jesus.

Was für uns Menschen unmöglich ist, ist bei Gott möglich.

Er hat immer eine Lösung parat und sei sie noch so schwierig für uns. Tatsächlich ist sie nicht schwierig. Es scheint nur so, da wir in unserer Meinung oft festgefahren sind. Wenn wir uns alle bemühen, und ich meine wirklich ernsthaft bemühen aus tiefstem Herzen heraus und um Kraft und Hilfe bitten, dann wird der Weg sehr leicht sein. Wir müssen uns halt immer überwinden und wirklich wollen.

Das ist der schwierigste Punkt – das Wollen. Geben wir unseren Egoismus auf, tragen ihn ebenfalls aufs Kreuz. Es ist zu unserem Besten. Wenn jeder sich ernsthaft und aus dem tiefsten Inneren bemüht und nicht mehr einseitig denkt, können wir wirklich in unserer Gesellschaft etwas bewegen und verändern. 

Wolfgang Weidinger

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