In diesem Monat feiern wir das Pfingstfest, den Geburtstag der Gemeinde, die Ausgießung des Heiligen Geistes. Rund die Hälfte der Deutschen können mit dem Begriff „Pfingsten“ nicht viel anfangen, aber wie steht es mit uns Christen? Ist uns eigentlich bewusst, was es mit dem Heiligen Geist auf sich hat?

Durch den Heiligen Geist haben wir neues Leben, und das soll jetzt auch bei uns sichtbar werden.

Galatter 5,25

Denn so spektakulär, als Feuerzunge wie damals beim ersten Pfingstfest, kommt er ja heute nicht zu uns.

Die Bibel sagt uns in Epheser 1,7+13b:

Denn durch das Sterben Jesu am Kreuz sind wir erlöst, sind unsere Sünden vergeben. Und das verdanken wir allein Gottes unermesslich großer Gnade, mit der er uns so reich beschenkt hat. – Nachdem ihr diese Botschaft im Glauben angenommen habt, gehört ihr Gott und habt den Heiligen Geist, den er den Glaubenden zugesagt hat.

Foto: Falco / Pixabay.com

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Wer glaubt, hat also den Heiligen Geist. Aber was heißt es nun, neues Leben zu haben und wie soll das sichtbar werden? In der Bibel lesen wir, dass der Heilige Geist uns leitet. Er lehrt uns, spricht zu uns und führt uns, er sagt uns das ewige Leben zu. Er macht uns stark und gibt uns die Kraft, die wir für unseren Dienst brauchen. Er zeigt sich durch die Frucht des Heiligen Geistes. Wie bitte? Das alles macht der Heilige Geist? Das hört sich ja großartig an!

Loslassen und vertrauen

Aber ich kann Ihnen sagen, mir fällt es nicht leicht, mein Leben Gott voll in die Hand zu geben und den Heiligen Geist regieren zu lassen. Und das ist es doch, was „neues Leben“ heißt, oder? Nicht mehr selbst der „Herr“ sein, sondern loslassen und Gott vertrauen, denn ER kennt den Weg! Raus aus meinen engen Grenzen und Vorstellungen in die Weite und Fülle von Gottes Weg für mich.

Foto: PublicDomainPictures / Pixabay.com

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Dazu möchte ich Ihnen eine Begebenheit erzählen, die ich vor einigen Jahren erlebt habe. Ich hatte längere Zeit eine Reitbeteiligung auf dem tollen Pferd Khasim. Ich kannte ihn fast in- und auswendig und konnte die wortlosen Signale von ihm ziemlich gut deuten. Und ich wusste, dass ich mich auf ihn verlassen konnte. Er hat mich nicht abgeworfen und er kannte sich aus.

Verirrt und Ratlos

Vor ein paar Jahren zog er nach Ustersbach umgezogen und am Anfang war natürlich alles fremd. Trotzdem haben wir uns eines Tages weiter in den Wald vorgewagt und ich dachte, ich hätte den Überblick und würde es schaffen, mich zu orientieren. Als wir irgendwann wieder aus dem Wald heraus kamen, hatte ich damit gerechnet, dass wir Dinkelscherben in der Ferne sehen würden und dass wir über Wiesenwege zurück zum Stall gehen könnten. Aber zu meinem Entsetzen waren bloß ein paar Wiesen und dann wieder Wald in Sicht! Ich hatte mich total verschätzt und somit überhaupt keine Ahnung, in welche Richtung es nach Hause ging! Ich hatte auch keine Steinchen gestreut, um den Weg zurück zu finden!

Foto: Elektro-Plan / Pixabay.com

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Mir blieb nichts anderes übrig, als die Zügel aus der Hand zu geben und mich auf Khasims gute Orientierung zu verlassen! Und er stapfte auch sofort los, bog in einen Weg ab, der mir gar nicht sonderlich gefiel, aber letztendlich musste ich darauf vertrauen, dass er weiß, wo sein Futter steht! Und was soll ich sagen, wir kamen tatsächlich wohlbehalten im Stall an!

Eigentlich sollte man doch meinen, dass der Heilige Geist vertrauenswürdiger ist als ein Pferd und den Weg ins Vaterhaus besser kennt als ich! Und doch fällt es mir schwer, loszulassen und mich seiner Führung anzuvertrauen. Da heißt es jeden Tag neu, in der Bibel zu lesen und Gott darum zu bitten, dass ich IHN besser kennen lerne und somit mein Vertrauen wächst.

Theorie und Praxis

Und wie zeigt sich das denn nun in unserem Leben? Oben hatte ich einige Aufgaben aufgezählt, die der Heilige Geist in unserem Leben erfüllt und ganz zum Schluss ging es um die Frucht des Geistes.

In Galater 5,22 lesen wir:

Dagegen bringt der Heilige Geist in unserem Leben nur Gutes hervor: Liebe und Freude, Frieden und Geduld, Freundlichkeit,Güte und Treue, Besonnenheit und Selbstbeherrschung.

Oha!! Wenn ich da auf mein Leben schaue, stelle ich fest, dass mir aber noch eine ganz große Portion fehlt! Auf der anderen Seite heißt es ganz klar, dass der Heilige Geist all dies Gute in uns bewirkt, also gar nicht wir!! Allerdings müssen wir ihm die Chance dazu geben! Es ist ein Geschenk an diejenigen, die sich zu Gott halten und wir können dazutun, indem wir Gottes Wort lieb gewinnen und darin forschen, was Er uns zu sagen hat!

Ich möchte mit ein paar Worten von Lothar Kosse schließen:

Immer mehr von dir, immer mehr, immer mehr sein wie du, immer mehr. Immer mehr deine Worte verstehn, deine Werke tun, o Herr, immer mehr!

Das wünsche ich uns allen – auch über das Pfingstfest hinaus!

Katrin Netzsch

Katrin Netzsch, Foto: privat

Katrin Netzsch

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