Am Sonntag, 2. November haben wir Besuch aus Afrika. Beate Reins ist Missionarin in Tansania und derzeit auf Heimaturlaub zurück in Deutschland. Im Rahmen des Gottesdienstes wird sie von ihrerem Leben in Afrika und ihrer Arbeit dort berichten. Sie hat uns vorab einen kleinen Einblick in Land und Leute sowie ihre Arbeit geschickt:

Land und Leute

Tansania in Ostafrika gehört zu den ärmsten Ländern der Erde, 67 Prozent der Bevölkerung stehen weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag zur Verfügung. Die tansanische Wirtschaft erlebt einen Aufschwung durch starkes Engagement seitens Chinas. Von dem Wirtschaftswachstum profitieren die Ärmsten allerdings kaum. Ein Drittel der Tansanier sind immer noch fehl- oder mangelernährt. Tansania ist gekennzeichnet von einem starken Bevölkerungswachstum, so leben heute etwa 50 Millionen Menschen in diesem Land. Die Bevölkerung Tansanias ist sehr jung: 43,9 Prozent haben ein Lebensalter unter 15 Jahren.

Foto: Beate Reins

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Relativ viele Christen

Aufgrund einer intensiven Missionsarbeit und schon seit Jahren anhaltender Erweckung ist die Zahl der Christen in Tansania mit 30 bis 50 Prozent relativ hoch. Die Zahl der Muslime wird mit 30 Prozent und der Anhänger der traditionellen Religionen mit ca. 20 Prozent angegeben. Die Muslime, die vor allem in der Küstenregion leben, haben in den letzten Jahren ein neues islamisches Selbstbewusstsein entwickelt und versuchen, mehr und mehr Einfluss zu gewinnen.

Es gibt große eigenständige tansanische Gemeinden, die oft wie „ein breiter, aber flacher Fluss“ beschrieben werden. Daher engagiert sich die Alianz Mission (AM), das Missionswerk vom Bund Freier evangelischer Gemeinden in der Unterstützung einheimischer Gemeinden. Seit Beginn der Arbeit in Tansania (1986) ist die AM eng verbunden mit der Afrika-Inland-Kirche Tansania (AICT) als einheimischer Partner vor Ort. Im Laufe der Jahre sind Partnerschaften zu anderen Gemeindebünden und Organisationen der evangelischen Allianz Tansania entstanden u.a mit der Evangelisch Lutherischen Kirche in der Arusha Diözese und Brücke der Freundschaft, Deutschland (mit dieser Organisation bin ich vernetzt).

Fortbildung als Schwerpunkt

In Tansania liegt der Schwerpunkt der Arbeit im Training und der Fortbildung von einheimischen Gemeinde-Mitarbeitern, Gesundheitsarbeit und Hilfe zur Selbsthilfe. Die Förderung der Eigenständigkeit in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen ist uns ein wichtiges Anliegen, damit Gemeinde Jesu in Tansania in ihrem Auftrag in der Gesellschaft gestärkt wird.

Foto: Beate Reins

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Die jungen Generation erreichen

Nachdem ich als ehemalige Verwaltungsbeamtin fast 18 Jahre im Nordwesten Tansanias am Viktoriasee gelebt habe, und dort stark im Bereich der Kindermitarbeiterausbildung per Unterricht an Bibelschule und Gemeindeseminaren, Materialerstellung und Leitung des Christian Education Departments – tätig war, lebe ich nun seit 2012 in der ca. 4 Mio Stadt Daressalaam.

Foto: Beate Reins

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Meine Hauptaufgabe besteht momentan darin, dass das 16teilige Sonntagsschul Kurrikulum in der Landessprache Suaheli veröffnetlicht wird, um Kindermitarbeitern das Unterrichten zu erleichtern. Das bedeutet viele Stunden am Schreibtisch zu sitzen, denn die Erstkorrektur, notwendige kulturelle Anpassungen und die komplette Formatierung obliegt mir. Der Druck der Bücher wie auch des Veranschaulichungsmaterial geschieht in Indien und Hongkong (Bessere Qualität und Preis!).

Zu dieser Hauptaufgabe gehören wiederum mehrtägige Schulungen von Kindermitarbeitern in Tansania und Nachbarländern, wie auch teilweise in Asien. Es ist total spannend, auch einmal über die tansanische Kultur hinaus aktiv sein zu können.

Foto: Beate Reins

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„Nebenher“ nehme ich unterschiedliche Gelegenheiten wahr, das neue Material selbst zu ertesten: In der kleinen Gemeinde, die ich Sonntags besuche, unterrichte ich zusammen mit Regina eine etwa 30 köpfige Kindergottesgruppe. Die Kinder sind begeistert dabei, Regina lernt selbst ganz viel dadurch und ich entdecke immer noch kleine Druckfehler.

Jeden Freitag findet in Tansania Religionsunterricht in den Schulen statt. Dieser wird von Mitarbeitern der unterschiedlichen Religionen erteilt, nicht den Lehrern. Inzwischen sind diese Bücher vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern eine Hilfe geworden. Und ich selbst bin für meinen Reli-Unterricht ebenfalls Nutznießerin geworden.

Foto: Beate Reins

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Beate Reins