Foto: Rainer Sturm / Pixelio.de

Foto: Rainer Sturm / Pixelio.de

Seit 1. März ist kalendarischer Frühling. Es ist milder als sonst und ich habe Frühlingsgefühle. Das wirkt sich auch auf meinen Tatendrang aus – erstaunlicherweise gehört dazu auch, eine Art Frühjahrsputz zu machen.

Neben dem gründlichen Reinigen von Fenstern, Türen, Schränken usw.  sehen wir als Familie nach, welche Gegenstände in einigen unserer Räume und Schränke schon ewig vernachlässigt herumstehen und liegen, die wir nicht mehr benutzen.

Da ist beispielsweise ein alter Drehstuhl, total durchgesessen, oder Schulmaterial aus den vergangenen Schuljahren, in das keines meiner Kinder noch einen Blick werfen wird. Raus damit! Frei nach der Empfehlung des Karikaturisten, Theologen und Bestsellerautors Tiki Küstenmacher: Was du im letzten Jahr nicht benötigt oder angeschaut hast, brauchst du auch in Zukunft nicht mehr. Weg damit!

Raus damit! Befreie dich von unnötigem Balast

Foto: Rudolpho Duba  / Pixelio.de

Foto: Rudolpho Duba / Pixelio.de

Doch das ist leichter gesagt, als getan. Natürlich kommt es darauf an, um was es geht. Bei meinen Kleidern, die ich schon länger nicht getragen habe, schaffe ich es ohne Mühe Platz zu schaffen – für Neues, versteht sich:-) Denn nur wenn mein Kleiderschrank halb leer ist, kann ich die nächste Einkaufstour mit dem Satz rechtfertigen: „Ich habe doch NICHTS zum Anziehen!“

Wie sieht es mit anderem Krimskrams aus, das schon ewig herum liegt, von dem ich mich nicht trennen kann. Alte Bücher beispielsweise – nichts Wertvolles natürlich – die noch nicht einmal mehr ein Bücherankauf-Service im Internet haben will… Kann ich sie einfach in der Papiertonne entsorgen? So ganz leicht fällt es mir nicht – ich liebe Bücher – lesen werde ich sie aber trotzdem nicht noch einmal.

Oder was ist mit dem einen oder anderen Spiel, das keiner mehr bei uns spielt? Im Keller stehen auch noch Stapelweise Schallplatten herum – seit Jahren nicht mehr angehört – viele Scheiben von christlichen Künstlern dabei – aber wegwerfen? Das geht leider (noch) nicht – die Erinnerung meiner Jugend hängt an ihnen. Die ersten LPs, vom eigenen Taschengeld gekauft. (Gibt‘s Interessenten?). Weg damit?

Tiefenreinigung – auch in meinem geistlichen Leben

Foto: sxc.hu

Foto: sxc.hu

Gelegentlich ist es gut neben dem wöchentlich durchgeführten Hausputz, ein wenig in die Tiefe zu gehen, auszumisten, neu zu sortieren, dem hartnäckigen Schmutz mit schärferen Putzmitteln auf die Pelle zu rücken.

Ähnlich kann es auch in meinem Alltag als Christ gut sein, mein gewohntes Leben mit Jesus gelegentlich etwas tiefer und gründlicher anzusehen. Jesus in die tieferen oder höheren Etagen meiner Persönlichkeit hineinzulassen, um an der einen oder anderen Stelle mit meinen Einstellungen, Gewohnheiten und Überzeugungen aufzuräumen.

Foto: Pixabay.com

Foto: Pixabay.com

Denn es gibt dort Ecken, in denen nicht alles so geordnet ist, wie Jesus sich das vorstellt. Lasse ich ihn in meinen schmuddeligen und unordentlichen „Räumen“ für Ordnung sorgen? Bin ich offen dafür, neue Sichtweisen auf mein geistliches Leben zuzulassen? Hat Jesus die Chance in meinem geschäftigen Leben einen gründlichen Frühjahrsputz durchzuführen?

In der Stille bin ich offen für Gottes Reden

Jetzt wird es schon ein wenig unangenehm. Erst einmal bedeuten diese Gedanken für mich einen Gang runterzuschalten. In die Stille zu gehen, etwas, das mir nicht so leicht fällt.

Foto: Rainer Sturm  / Pixelio.de

Foto: Rainer Sturm / Pixelio.de

„Wasche meine Schuld ganz von mir ab, und reinige mich von meiner Sünde,“ steht in Psalm 51,4 (Neue Genfer Übersetzung). Die Bibel spricht davon, dass ich mein Leben ansehen soll und überlegen kann, wo ich Fehler mache, mich falsch verhalte, Anderen Unrecht tue und nennt das ganz klar – Sünde. Ein neuer Gedanke taucht auf: Erlaube ich es Jesus durch den Heiligen Geist hier mein Herz und meinen Verstand zu erreichen? Bin ich offen für Korrektur?

Ich frage mich:

  • Welche Ansichten, eingefahrenen Verhaltensweisen und Gedanken habe ich in meinem Lebenskeller untergebracht?
  • Sie sind vielleicht nicht öffentlich zu sehen, aber in der Tiefe meines Lebens – unter den Teppich gekehrt – beeinflussen sie mich doch, allein schon durch die Tatsache, dass sie Raum einnehmen, der frei sein und von Jesus mit Neuem gefüllt werden könnte. Raus damit?

Jesus als Reinigungsfachkraft?

Foto: sxc.hu

Foto: sxc.hu

Wenn ich in meinem Lebenshaus meine Beziehungskisten tiefer betrachte, erkenne ich, dass ich auch hier an der einen oder anderen Stelle aufräumen muss. Auspacken, loslassen, freigeben, vielleicht auch entsorgen. Das ist schwer. Tut weh. Kratzt an meinem Stolz, an meiner Vorliebe mein Leben und das meiner Familie gut zu organisieren und dadurch viel zu bewältigen, die Kontrolle über Situationen zu haben.

Ich erkenne, ich habe nicht alles in meiner Hand, kann nicht alles beeinflussen oder kontrollieren, wie ich das für gewöhnlich gerne tue. Lasse ich es zu, dass Jesus für Ordnung sorgt? Oder will ich mich immer wieder in seine Arbeit einmischen und ihm den „Putzeimer“ wegnehmen. Es fällt nicht leicht Jesus „machen zu lassen“. Ich merke, das alles hat mit Vertrauen zu tun. Verlasse ich mich ganz auf Jesus, der den großen Überblick hat über mein – über unser Leben?

Jesus ganz zu vertrauen heißt loslassen

„Ich will fest auf Gott vertrauen, denn er ist meine Hoffnung“, heißt es in Psalm 62,6 (Neues Leben. Die Bibel). Dieser Text ermutigt mich enorm, es zu wagen loszulassen. Dem Gott meiner Hoffnung zu vertrauen. Er weiß, was gut für mich ist; er weiß, wo Veränderung bei mir „dran“ ist.

Heinke Rauscher

Heinke Rauscher

Ich schätze, der Frühjahrsputz in meinem Leben wird eine Weile andauern und ist nicht nur in zwei, drei Tagen bewältigt. Es ist ein lebenslanger Prozess. Und so vertraue ich auf Gott und bin guter Dinge, dass Jesus, wenn ich mich ihm öffne, mein Leben nach und nach verändert und so gestaltet, dass er es für schön und rein ansieht. Das wünsche ich mir.

Herzliche Grüße, Heinke Rauscher

Fotos: Foto: Rainer Sturm  / Pixelio.de, Rudolpho Duba / Pixelio.de, Pixabay.com