Foto: Mathis Lange

Unsere Gemeinde möchte Beziehungen vertiefen. Foto: Mathis Lange

Als Gemeinde beschäftigt uns nun schon über ein Jahr lang das Thema „Beziehungen“. Dies spiegelt sich in den Predigten, den Seminaren und auch unserer vergangenen Gemeindefreizeit wider. Sehr passend zu dieser Thematik ist ein Text aus der Bibel. In Apostelgeschichte 2, 46 und 47 lesen wir:

„Sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlgefallen beim ganzen Volk.“

Foto: © medienrehvier.de / Anna-Janzen

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Hier wird über Beziehungen in der ersten Christengemeinde in Jerusalem berichtet. Die kurze, aber ausdrucksstarke Darstellung hat mich sehr angesprochen: Unterschiedlichste Menschen waren in kurzer Zeit zu einer Gruppe (wir sagen heute Gemeinde) zusammengewachsen und hatten enge Beziehungen gelebt.

Denn wenn man sich täglich trifft und gemeinsame Mahlzeiten einnimmt, dann sind das offensichtliche Zeichen für intensive Beziehungen. Was hat die Menschen damals zusammen gehalten? Was war stärker als unterschiedliche Ansichten oder Interessen und verschiedenen Herkünfte? Für mich sind zwei Gründe wesentlich:

  • Erstens hatten die ersten Christen die Einladung Jesu, ihm nachzufolgen, als echte Befreiung erlebt. Nachfolge Jesu war für sie keine Last, keine Beschränkung der Lebensfreude, kein Krampf. Nein, es gab ihnen die Möglichkeit ein Leben zu führen, das frei ist von ‚Alt‘-lasten und von der Sorge, wohin das Leben sie einmal führen würde. Sie waren nun Nachfolger Jesu – des Sohnes Gottes – und damit gehörten sie zu Gottes Reich. Und das machte sie unendlich glücklich.
  • Und zweitens fühlten sich die ersten Christen – vielleicht mehr als wir heute – als Kinder Gottes einer neuen Familie zugehörig. Für sie war klar, dass jeder Christ ein Mitglied der großen Familie Gottes und damit ‚Schwester‘ oder ‚Bruder‘ ist. Diese Familienbande wurden gelebt in Form einer intensiven Gemeinschaft untereinander.
Foto: SEPpics / sxc.hu

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Inzwischen sind gut 2.000 Jahre vergangen. Die kindliche Frische der ersten Christen ging etwas verloren. Können oder wollen wir alle aber nicht ein wenig von dieser Fröhlichkeit und Familientradition zurück gewinnen? Ich wünsche uns mehr von diesem ungezwungenen, offenen Umgang der ersten Christen miteinander. Nicht nur auf Freizeiten, sondern auch im ganz normalen Gemeindeleben.

Foto: Hajo Rebers / pixelio.de

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Und ich wünsche mir, dass wir uns alle als Teil einer großen Familie sehen und verstehen. Einer Familie, die weit größer ist als die Freie evangelische Gemeinde. Aber die praktisch und tagtäglich mit den Geschwistern gelebt werden kann (und manchmal auch muss!), die Gott in seine Familie vor Ort berufen hat.

Faszinierend an unserem Text ist die letzte Aussage: … sie fanden Wohlgefallen beim ganzen Volk. Ich denke hier gibt es ein Geheimnis, das nicht unwichtig ist: Wenn wir intensive Beziehungen leben, dann hat das Auswirkungen nach außen. Das merken andere! Und damit können wir auf einfache Art und Weise zeigen, was uns wirklich wichtig ist und bewirken, dass konsequentes Leben als Christ positiv wahrgenommen wird.

Hartwig Wägner

Hartwig Wägner

Herzliche Grüße

Hartwig Wägner

Fotos: medienrehvier.de / Anna-Janzen, Hajo-Rebers / pixelio.de, Debbie-Schiel / sxc.hu, SEPpics / sxc.hu; pixabay.com