Helmut Rauscher

Helmut Rauscher

Haben Sie schon einmal totale Dunkelheit erlebt? Mein Mann und ich hatten vor vielen Jahren einen traumhaften Tag beim Wandern verbracht. Zunächst wanderten wir von Garmisch-Partenkirchen durch die Partnachklamm den Kälbersteig zum Schachenhaus hinauf. Nachdem wir das Jagdhaus besichtigt und uns in der Hütte vor Ort gestärkt hatten, stiegen wir hinunter ins Reintal und entschieden uns, weil wir noch fit waren, das Reintal ein wenig in Richtung Zugspitze zu laufen, denn die Aussicht auf Deutschlands höchsten Berg war spektakulär.

Ich lebte noch nicht so lange in Bayern und konnte mich einfach nicht satt sehen! So schritt der Nachmittag voran und wir drehten irgendwann um, denn wir hatten den ganzen Rückweg durch’s Tal noch vor uns.

Langsam machten wir uns Sorgen

Es fing an zu dämmern und wir waren noch lange nicht am Ziel. Langsam machten wir uns Sorgen, denn wir hatten die Zeit ganz schön unterschätzt, die wir für den Rückweg brauchen würden. Der Forstweg war zwar breit, doch mit zunehmender Dunkelheit fiel es immer schwerer einzuschätzen, ob wir noch auf dem richtigen Weg waren, geschweige denn, wie weit wir noch laufen mussten, um zur Partnachklamm zu kommen. Als unerfahrene Wanderer hatten wir natürlich auch keine Taschenlampe dabei und unsere Brotzeit war auch schon verspeist. Wegen der Dunkelheit kamen wir auch nicht so schnell voran. Mir kam der Weg ewig weit vor.

berggeist007 / pixelio.de

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Endlich erreichten wir die Partnachklamm und stellten uns auf diesen letzten, schwierigen Teil des Weges ein. Schon bei Tageslicht kann es bei Nässe rutschig und etwas gefährlich sein, die 30 bis 45 Minuten durch die 700 m lange Klamm zu laufen. Bei Nacht und damit bei tiefer Finsternis kam mir der unebene, feuchte Boden, das Wasser, das immer wieder von oben hinunter tropfte und die mit Drahtseil bespannte Absicherung nicht gerade vertrauenswürdig vor. Aber es half nichts – wir mussten vorsichtig Schritt für Schritt weiter in Richtung Ausgang gehen. Diese Situation war eine der seltenen Momente, in denen ich große Angst verspürte und den ganzen Weg über, Gott im Gebet bat, dass wir doch ohne Zwischenfälle durch die Klamm kommen würden und dass wir am Ende nicht vor einem verschlossenen Tor stehen würden.

Da es uns noch gibt, ist mein Gebet erhört worden, und wir mussten nicht die ganze Nacht in der Klamm ausharren! Doch das Erlebnis in dieser absoluten Dunkelheit unter widrigen Bedingungen vorwärts schreiten zu müssen, ist mir bis heute noch gut in Erinnerung. Was uns bei unserer Wanderung durch die Dunkelheit gefehlt hatte, war natürlich das LICHT! Das einfache, kleine Licht einer billigen Taschenlampe hätte unsere Situation um ein Vielfaches verbessert!

„In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen.“ (Johannes 1,4)

Die Bibel spricht davon, dass unsere Welt auch in absolute Finsternis getaucht ist. Schuld, Hass, Streit – also das Böse in uns Menschen – sind Verursacher dieser Dunkelheit. Ich denke, man kann sich das so vorstellen, als wandere die ganze Menschheit bei Nacht durch eine tiefschwarze Klamm, in der man die eigene Hand nicht vor Augen sehen kann und überall Gefahren und Tod lauern. Tatsächlich versinnbildlicht die Dunkelheit häufig den Tod.

Lebenbringendes Licht

www.Rudis-Fotoseite.de / pixelio.de

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Und in diese tiefe Dunkelheit sendet Gott seinen Sohn Jesus, damit wir Licht und damit die Chance auf eine klare Sicht erhalten und eine ÜberLEBENsschance bekommen. Der Vers in Johannes 1,4 sagt sogar, dass sich in Jesus selbst das Leben befindet. Er ist das Leben und der Schöpfer des Lebens. Und dieses Leben schenkt uns Menschen sein Licht.

Dieses Licht von Jesus leuchtet für uns wie ein Leuchtturm vor der Küste und lässt uns sehen, welche Hindernisse sich auf unserem (Lebens-)Weg befinden, lässt uns erkennen, wo der Weg hinführt, wo Gefahren lauern, zeigt uns Dinge, die wir bei Dunkelheit überhaupt nicht wahrnehmen. Denn wir sind beschränkt durch unsere trübe Sicht, erleben und spüren meist nur unsere eigene Situation, unsere Nöte, Sorgen und Ängste. Lassen wir das Licht von Jesus in unser Leben hineinscheinen, erkennen wir, wo wir Fehler machen, Böses denken und tun, wo wir anderen Unrecht tun und verletzen. Durch Licht wird unser Falschsein aufgedeckt.

Befreiendes Licht

Nun kommt die kritische Frage: Lassen wir es wirklich zu, dass das Licht Jesu in unser Leben hinein leuchtet und Licht in unsere Finsternis bringt? Ein Vers weiter schreibt Johannes, dass „…die Dunkelheit das Licht nicht annehmen wollte.“ Das heißt, die Menschen, die in der Dunkelheit leben, verweigern sich das Licht anzuschalten und bleiben lieber in der Finsternis. Wer von dem Licht erfährt hat jedoch die Wahl, eine Entscheidung für oder gegen das Licht zu treffen.

Michaela Schöllhorn  / Pixelio.de

Michaela Schöllhorn / Pixelio.de

Gerade jetzt in der Winterzeit bekommen wir oft zu spüren, wie düster, früh dunkel und kalt es nach Sonnenuntergang ist. Zu schön ist es, wenn in der Vorweihnachtszeit Straßen, Fenster und Türen mit freundlich leuchtenden Lichterketten geschmückt sind. Wir sehen die Umgebung, verspüren Wärme durch das warme Licht und wohlige Stimmung stellt sich ein.

Ähnlich ist es, wenn wir es Jesus erlauben ein Licht auf unserem Weg zu sein. Ihm zu vertrauen, in seinem Lichtkegel zu gehen, hat nicht nur Auswirkungen auf uns persönlich. Wenn das Licht von Jesus unser Leben erhellt und verändert, fällt das auf: unserer Familie, unserem Nachbarn, der Freundin, dem Freund, Menschen, denen wir begegnen.

Ich wünsche mir und Ihnen, dass wir unser Leben immer mehr im Licht Jesu gehen.

Heinke RauscherFrohe Advents- und Weihnachtszeit sowie ein gesegnetes Jahr 2014 wünscht Ihnen

Heinke Rauscher.

Foto: Michaela Schöllhorn  / Pixelio.de