Foto: Michi Schroth

Alles angehende Theologen. Foto: Michi Schroth

Ja tatsächlich werden Cäsar, Kleopatra, Pocahontas und Robin Hood in näherer oder fernerer Zukunft Pastor oder Pastorin im Bund FeG. Aber zunächst mal für alle, die mich nicht kennen. Mein Name ist Michael Schroth, ich bin 23 Jahre alt und komme ursprünglich aus Augsburg und aus der wunderbaren FeG Augsburg-Süd. Der Grund meiner immer häufigeren Abwesenheit liegt genau im anfangs erwähnten „Pastor-Werden“.

Seit fünf Semestern studiere ich inzwischen an der Theologischen Hochschule in Ewersbach. An dem Ort, an dem der Bund FeG seine Pastoren und Pastorinnen ausbildet. Ich genieße es sehr, dort mit zwei inzwischen sehr, sehr guten Freunden in einer 3-er WG zu leben. Die Zimmer sind zwar relativ klein (während meines Heimatau- fenthaltes verlaufe ich mich dann regelmäßig im Haus meiner Eltern), aber wir schaffen es dennoch, uns die Zeit sehr angenehm zu gestalten.

Lernen und Freizeit gehören zusammen

Unterricht in der Theologischen Hochschule in Ewersbach. Foto: Michi Schroth

Unterricht in der Theologischen Hochschule in Ewersbach. Foto: Michi Schroth

Auf dem Campus haben wir jede Menge Möglichkeiten unsere Freizeit zu gestalten, ob bei Partys, mit Sport, am Billardtisch oder einfach beim gemütlichen Zusammensitzen. Neben der Freizeit muss dann aber tatsächlich auch noch studiert werden – und das nicht zu knapp. Denn wofür an der Uni sechs Jahre Zeit sind, gibt es bei uns nur fünf. Und nach einem recht entspannten Anfang im ersten und zweiten Semester wächst der Zeitaufwand stetig. Gleichzeitig wird das Studium aber auch immer spannender, so dass ich den größeren Aufwand gar nicht als negativ empfinde.

Was ist Kirche?

Dieses Semester werden wir uns zum Beispiel in Ekklesiologie mit der Kirche auseinandersetzen – Wann ist eine Kirche eigentlich Kirche? Was macht sie aus und wie sehen das die Katholiken? Oder in Exegese Genesis untersuchen wir ganz genau das erste Buch der Bibel – Wie ist das denn gelaufen mit der Schöpfung? Waren das wirklich sechs Tage? Und was steht da eigentlich im Hebräischen? Alles in allem richtig spannend!!!

Die Praxis kommt nicht zu kurz. Foto: Till Eggers

Die Praxis kommt nicht zu kurz. Foto: Till Eggers

Daneben kommt aber auch – und das finde ich supergenial an unserer Hochschule – die Praxis nicht zu kurz. So haben wir neben den Vorlesungen meist in den Semesterferien Praxis-Einsätze – wie beispielsweise eine Kinderbibelwoche in der FeG Bechlingen oder im Sommer ein Missionarisches Praktikum in der FeG Erlangen. Und die geballte Ladung Praxis gibt es dann in einem Jahr, wenn wir im achten Semester für ein halbes Jahr in das Gemeinde-Praktikum gehen (und ich hoffentlich zumindest kurz wieder in südlicheren Gegenden unterwegs bin).

Mich selber entdecken

Neben Theorie und Praxis darf ich in Ewersbach auch ganz viel über mich selbst lernen. Denn ein wichtiger Teil der Ausbildung dort ist die Persönlichkeitsentwicklung. Zum einen werden wir persönlich von den Dozenten begleitet, zum anderen haben wir aber auch die Möglichkeit, uns in unterschiedlichen Block-Veranstaltungen weiterzuentwickeln. So hatten wir Anfang März einen KSA-Kurs (Klinische Seelsorge Ausbildung). Auch wenn der Name es vermuten lässt, waren wir da gar nicht in einer Klinik, sondern haben uns drei Wochen lang jeden Tag mit Hilfe unterschiedlicher Methoden mit unseren Gefühlen beschäftigt – ich wusste gar nicht, dass das geht… Es war total anstrengend, aber ich konnte viel über mich und andere lernen und bin sehr dankbar dafür, dass wir solche Möglichkeiten haben!

Noch mehr Theologie

Foto: Michi Schroth

Foto: Michi Schroth

In diesem Semester kommt noch eine kleine Neuerung für mich hinzu. Und zwar studiere ich auch noch parallel an der Universität in Marburg Evangelische Theologie. Denn nach meinem Studium würde ich gern noch promovieren. Zum einen weil mir Theologie sehr viel Spaß macht und ich dann noch ein bisschen länger was davon habe und zum anderen weil ich mir gut vorstellen kann, nach einigen Jahren „Pastor-Sein“ auch mal noch zu unterichten. Und weil an der Universität unser – wenn auch staatlich anerkannter – Master für die Promotion nicht ausreicht, versuche ich jetzt eben noch einen Uni-Abschluss zu bekommen. Aber wenn ich dann in ca. sechs Jahren ganz fertig bin mit Studium und Promotion – ich ho#e ich halte das durch – freue ich mich auch schon sehr darauf Pastor in einer FeG zu werden.

Die Räumlichkeiten der Hochschule. Foto: Michi Schroth

Die Räumlichkeiten der Hochschule. Foto: Michi Schroth

Jetzt erstmal herzlichen Glückwunsch, wenn du/Sie diesen langen Bericht tatsächlich bis hierhin gelesen hast/haben. Ich habe wirklich versucht mich kurz zu fassen, aber es passiert einfach so viel in diesem Studium. So viel, dass ich es ohne eine beständige dauerhafte Größe nicht durchhalten würde.

Gottes Treue

Diese Größe ist für mich Gott. In dieser wechselhaften, aufregenden, bunten, anstrengenden Zeit hat sich Gott mir ganz besonders als der treue Gott erwiesen. Als der treue Gott, der überall mit mir ist – ob in Marburg, in Ewersbach, im Zug nach Augsburg, beim Feiern, beim Lernen, im Glück oder in der Trauer, sein „Stecken und Stab“ begleiten mich und dafür bin ich IHM unendlich dankbar.

Michi Schroth